PARADIES

 

 

Frühling

6
2010, Leinwand / Acryl, 90 x 60 cm

Die Sonne steht im Frühjahr noch tief am Horizont, die Pflanzen aber drängen schon mit aller Kraft zum Licht. Dieses Bild, das der Ausgangspunkt für meine Arbeit war, liegt auch heute noch dem chinesischen Schriftzeichen für Frühling zugrunde.

 

Freude

 

 2003, Kalligraphie/Japanpapier, 70 x 140 cm

In der alten bildhaften Siegelschrift sind hier die Schriftzeichen zum Thema Freude gesetzt. Ein Musikinstrument, d.h.eine liegende Trommel auf einem Gestell und Federschmuck obendrauf kombiniert mit einem singenden Mund drücken Freude aus. Sie werden ergänzt durch das Herz und durch das Kind.

 

Schmetterling

Schmetterling Christine Lehmann

 2000, Kalligraphie/Japanpapier, 140 x 70 cm

Das chinesische Schriftzeichen für Schmetterling ist eine Zusammenfügung von drei Zeichen: Schlange/Insekt und Leben/Welt und Baum. Es ist ein Sinnbild für Wandlung, Metamorphose, von Daseinszuständen wie man es auch in der westlichen Kultur kennt. Dem Insekt in seiner großen Vielheit steht die Einheit allen Lebens und die Unsterblichkeit gegenüber. Vom Tod erlöst erhebt sich die Seele als Schmetterling.

 

Perle/König

1
2000, Kalligraphie / Papier / Acryl, 140 x 70 cm

Wegen ihrer Seltenheit von großem Wert, galten Perlen immer schon als Zeichen der Wandlung: aus einem einfachen Sandkorn wird eine außergewöhnliche Perle. Ihre strahlende Helle und ihre Kugelform symbolisieren Erleuchtung und Vollkommenheit. In einer frühen historischen Form, der chinesischen Siegelschrift, bilden hier drei Schriftzeichen das Wort Perle. In der Mitte herausgehoben ist eine große Axt mit doppeltem Griff und breiter Schneide. Mit dieser Waffe konnte Gerichtsbarkeit vollzogen werden und galt im Altertum als Ausdruck der Autorität des Königs, des obersten Herrschers. Das große Zeichen birgt in sich zwei kleinere Formen, links die Wahrheit –zwei Hände, die ein Opfergefäß darbringen- und rechts den Lebensbaum –kein gewöhnlicher Baum, sondern ein Baum mit rotem Holz. Eine Drei-Einheit.

 

Himmel und Erde

Himmel und Erde Christine Lehmann 1998, Kalligraphie-Collage/Japanpapier/Acryl, 100 x 70 cm

Wort und Ewigkeit, Himmel und Erde sind die vier chinesischen Schriftzeichen, die hier zu einer Collage zusammengefügt wurden. Das kleine chinesische Zeichen links bedeutet Wort und das chinesische Zeichen rechts Ewigkeit, beide in historischer Schreibweise. Zwei Flüsse, ein Hauptfluss und ein Nebenfluss stellte man sich vor als eine sehr lange Dauer, eine Ewigkeit.

 

Garten

Garten - Christine Lehmann

 1997, Kalligraphie/Japanpapier, 140 x 70cm

Die Hauptbedeutung des hier verwendeten chinesischen Schriftzeichen für Garten ist „Anfang“, im weiteren Sinne auch „Ursprung“ und „früher“, man stellte es sich vor als neu zuzuschneidendes Kleidungsstück. Ähnlich unserem Bild vom Garten Eden, handelt es sich hier ebenfalls um einen umschlossenen Bereich, in welchem sich die Grundstruktur der Welt als Zweiheit in Form der beiden Bäume zeigt. Der eine steht für das Werden und Vergehen, für die Entwicklung der Schöpfung. Seine Bestimmung ist es, wieder in die Einheit, zum Baum des Lebens zurückzukehren. Auch die Kalligraphie zeigt den Garten zweigeteilt und darüber das Zeichen für Fels/Stein als Ausdruck von Unvergänglichkeit und Einheit.